Neue Festplatte fürs Macbook Pro - Mac Partition samt Bootcamp sichern und wiederherstellen
22 11 2007Kurze (eigentlich lange
) Vorgeschichte: Ich war bis vor kurzem ein (halb) zufriedener PC-User, bis mir vor einem halben Jahr mein Acer Notebook eingegangen ist. Ein neues musste her und ich habe am iMac meiner Frau gemerkt, wieviel Spaß das Arbeiten mit einem Mac bzw. das Betriebssystem Mac OS X (Tiger) machen kann. So habe ich mich entschlossen gleich ein “g’scheites” Notebook zu kaufen, nämlich ein Macbook Pro 15" mit 2,2GHz Duo Core samt 2GByte Speicher. Auch im Hinblick darauf, dass ich mir eines Tages sicher ein iPhone kaufen würde, war meine Entscheidung für den Apple Laptop sicher die richtige Entscheidung. Die Synchronisation mit dem iPhone flutscht einfach wunderbar.
Das Arbeiten am Macbook Pro hat mir wirklich sehr Spaß gemacht, sodass ich meinen Standrechner (irgendeine AMD-Gurke) bald nicht mehr angreifen wollte. Jetzt stand ich aber vor dem Problem, dass ich erstens meine ganzen Fotos am Standrechner mit Picasa verwaltet habe und zweitens auch meine ganze digitale Musiksammlung (vor allem MP3’s und Ogg’s) drauf hatte. Die Musik hatte ich allerdings noch nicht mit iTunes verwaltet. Außerdem verwende ich noch ein paar Programme (Buchhaltung und Offline-Banking-Programm), die es definitiv für Mac noch nicht gibt.
Die Entscheidung fiel aber trotzdem nicht schwer, da ich mir ja mit Boot Camp eine Windows Partition anlegen konnte, wo ich diese Programme weiter ausführen konnte. Ich wollte dann aber natürlich auch gleich meine ganze Musik und alle Fotos mit rüberkopieren und es hat auch alles gut geklappt.
Das Neustarten in die Windows-Partition Bootcamp war mir allerdings immer zu mühsam und hat mir zu lange gedauert. Und so habe ich mir die Testversion von Parallels Desktop - einer Virtualisierungssoftware - in der Betaversion 3.0b runtergeladen und ausprobiert. Es hat zwar das meiste funktioniert, allerdings war das System sehr träge. Mehrere Abstürze waren die Folge und ich war nicht mehr zufrieden mit der Performance von Parallels Desktop. Außerdem konnte diese Version den virtuellen Desktop weder in den Ruhezustand noch in den Standby-Modus versetzen. Ein dickes Minus und für mich der Hauptgrund nach einer Alternative Ausschau zu halten.
Also musste VMware Fusion in der brandneuen Version 1.1 her.
Im Vergleich zu Parallels Desktop ein echter Hammer! Das Windows Feeling ist authentisch und das Arbeiten damit geht flott von der Hand. Man merkt eigentlich kaum, dass man nicht an einem Windows Rechner sitzt.
Außerdem laufen damit viel mehr USB-Geräte als mit Parallels.
Und endlich geht auch der Standby-Modus sowie der Ruhezustand. Damit kann man sein virtuelles Windows sehr schnell starten und auch wieder beenden. Und das alles unter Mac OS X!
Dann habe ich also ein Super-System gehabt und habe auch all meine Daten immer am Notebook dabei, sowohl unter Mac OS als auch unter Windows, wenn nötig auch unterwegs.
Allerdings, und jetzt kommt der Haken: Meine Festplatte war recht schnell voll, da sie standardmäßig nur mit 120GB (netto nur 111GB) ausgestattet war. Also habe ich mir schnell eine 250er (netto 233GB) zum Asutauschen bestellt und vorgestern acuh promt per Botendienst erhalten. *FREU*
Und jetzt geht’s an’s Eingemachte:
Vor dem Umbau der Festplatte müssen zuerste beide Partitionen gesichert werden, also die Mac OS X und die Windows XP Partition.
Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Boot Camp (BC) Partition wiederherzustellen, habe ich schlussendlich folgende erfolgreiche Vorgehensweise gewählt:
Zuerst habe ich das Mac OS Volume gesichert, indem ich mit eingelegter Leopard DVD neu gestartet habe und beim Bootvorgang die C-Taste gedrückt hielt bis der Apfel am Bildschirm erschein. Kurze Zeit danach war ich im Installationsprogramm von Leopard. Im Menü “Dienstprogramme” habe ich dann das Festplatten Dienstprogramm (FDP) gewählt und die Mac-Partition ausgewählt. Dann habe ich bei den Symbolen auf “Image” (=Sicherung) geklickt und es wurde mir ein Datei-Dialog angeboten um den Speicherungsort der Sicherung auszuwählen. Dafür habe ich meine externe Festplatte gewählt, die ich auch für die neue Time Machine verwende. Da war genug Platz für die Sicherung meiner 100GB Partition. Mit Komprimierung dauerte das Sichern in ein dmg-File ca. 4-5 Stunden und das Backup-File war schließlich ca. 80GB groß.
Nach erfolgreicher Sicherung habe ich das FDP und auch das Installationsprogramm von Leopard beendet. Danach habe ich mit “Neustart” das System noch einmal neu gestartet, um auch die Windows XP Partition sichern zu können. Das habe ich allerdings direkt im Mac OS X gemacht, da es hier ein Super-Tool namens Winclone gibt:
Das Programm ist recht einfach zu bedienen und man kann nicht viel falsch machen. Quell-Partition markieren, Optionen auswählen und auf “Image” klicken. Dann kommt man wieder zu einem Dialog, wo man das Ziel der Sicherung angeben kann. In meinem Fall habe ich wieder die externe Time Machine Festplatte ausgewählt.
Bei den Optionen habe ich Option 1 ausgewählt, da ich die BC-Daten ja auf eine andere Festplatte übertragen wollte und außerdem noch die Option 3, da dieses pagefile.sys File zum Sichern nicht notwendig ist, da es von Windows bei einem Neustart automatisch neu angelegt wird und in der Sicherung nur unnötig viel Platz braucht und Zeit verschwendet. Die Sicherung meine Win XP Partition dauerte ca. eine halbe Stunde und das erstellte “Winclone BootCamp Backup.winclone” File (also die Sicherung) hat ca. 9GB belegt. Nach erfolgreicher Sicherung kann man Winclone beendet und das System herunterfahren, um den Umbau der Festplatte durchzuführen.
Mit den super bebilderten Guides auf iFixit.com war es kein Problem, mein MBP richtig und fachgerecht zu zerlegen. Wenn man nicht zwei linke oder sehr unruhige Hände hat, so kann man sich mit Hilfe der Anleitungen auf dieser Website den Aus- und Einbau einer Festplatte durchaus selbst zutrauen. Ansonsten sollte man sich an autorisierte Apple-Fachhändler wenden, die einem neue Festplatten gerne einbauen können. Vorteil dieser Lösung: man verliert seine Garantie auf das Gerät nicht.
Ich wollte allerdings etwas Geld sparen und habe meine brandneue 250GB (netto nur 233 GB
) selbst eingebaut. Nach ca. einer Stunde war die neue Platte in mein Macbook Pro verpflanzt.
Jetzt musste zuerst wieder die Mac OS X Sicherung zurückgespielt werden. Also wieder ins Installationsprogramm der Leopard DVD (wieder mit gedrückter C-Wahltaste und eingelegter DVD neu booten, bis man zum Apfel am Bildschirm kommt. Wenige Minuten ist man wieder im Installationsprogramm von Leopard und man startet wiederum das Festplatten Dienstprogramm. Dann die neue Festplatte auswählen und partitionieren.
Achtung: um Boot Camp wieder einrichten zu können darf man nur 1 Partition anlegen! Ansonsten verweigert der Boot Camp Installationsassistent seine Dienste!
Also 1 Partition mit “HFS+ Journaled” Dateisystem anlegen (das sollte sehr schnell gehen, <1 Minute).
Dann die soeben erstellte Partition auswählen und bei den Symbolen auf “Wiederherstellen” klicken. Es kommt wieder ein Dialog, wo man die Sicherungsdatei auswählen kann. Bei mir war das File wie schon geschrieben auf der externen Time Machine Platte. Datei ausgewählt und mit OK bestätigt. Das Rücksichern der komprimierten 80GB Datei hat bei mir ca. 4 Stunden gedauert, also Geduld!
Nach Abschluss der Wiederherstellung (Restore) kann man das FDP wieder beenden, wie auch das Leopard Installationsprogramm. Danach macht man wieder einen Neustart und man sollte (wenn alles glatt gelaufen ist) wieder in sein geliebtes Mac OS X Betriebssystem kommen im selben Zustand wie vor der Sicherung. Es kann sein, dass einige Tools, die eng mit der Festplatte zusammenarbeiten, die neue Festplatte bemerken und irgendeine Bestätigung brauchen. Sonst sollte aber alles wie vor dem Festplatten-Einbau sein, bis auf die BootCamp Partition:
Zuerst startet man den Boot Camp Assistenten (im Unterverzeichnis “Dienstprogramme” des Ordners “Programme”). Man wird aufgefordert, eine Partition für Boot Camp zu erstellen. In meinem Fall habe “32 GB verwenden” angeklickt, da mir somit für Mac OS X ca. 200GB übrig blieben. In wenigen Minuten war die Partition eingerichtet und man wird aufgefordert Windows XP samt Service Pack 2 (SP2) nach einem Neustart zu installieren. Man kann aber auch wählen, das Programm zu beenden und die Schritte später durchzuführen. Was man natürlich machen sollte, da man sich ja die Installation der ganzen Programme und Daten am Windows System sparen will. Aber zumindest die Boot Camp Partition ist jetzt korrekt eingerichtet und nun kann man mit dem Rücksichern der Daten beginnen.
Die Wiederherstellung (Restore) der Windows XP (BC) Sicherung geht natürlich wieder mit Winclone vonstatten:Man startet das Programm, geht auf “Wiederherstellen”, sucht auf der externen Sicherungsplatte die Sicherung und wählt sie aus. Als Ziel muss man jetzt natürlich, die Soeben erstellte BootCamp Partition (in meinem Fall /dev/disk0s3) auswählen und dann die Wiederherstellung mit “Restore” beginnen.
Das Wiederherstellen der Partition geht noch schneller als die Sicherung, bei meiner 9GB Sicherung hat das ca. 10-15 Minuten gedauert. Wenn die Sicherung fertig ist, kann man Winclone beenden und sich an den Neustart wagen!
Beim ersten Neustart mit gedrückter Wahltaste (⌥) sollte man dann wieder ins gewohnte Menü mit den 2 Festplatten kommen und man kann die Windows XP Partition auswählen. So geschehen, kommt man zuerst in einen chkdsk-Prozess, mit Hilfe dessen Windows XP die neue Fetsplatte erkennt und zugleich auch die Filestruktur checkt. Das ist normal und nach einem Winclone-Restore immer der Fall. Also nicht wundern! Danach startet das System automatisch neu und man muss Acht geben, dass man wieder die Wahltaste (⌥) drückt, um nochmal in die Windows-Partition zu kommen. Jetzt sollte der Neustart komplett durchgeführt werden und man ist wieder in seiner gewohnten Boot Camp Windows XP Umgebung.
Windows XP erkennt jetzt ebenfalls die neue Festplatte und es ist eventuell noch ein Neustart notwendig. Dann sollte der Wiederherstellungsprozess aber endgültig abgeschlossen sein.
Abschließend möchte ich mich sehr bedanken beim Autor des Winclone-Tools, das mir viel Arbeit erspart hat. Ich werde es ihm jetzt mit einer Spende danken! Wenn Euch das Programm auch gefallen und genutzt hat, spendet ihm doch auch ein paar Dollar!
Ich hoffe, Euch hat diese Anleitung geholfen und Ihr konntet wieder alle Daten korrekt einspielen.
Mit Windows Vista oder anderer Mac-Hardware sollte es im Prinzip ähnlich gut funktionieren. Viel Glück!
Kategorien : Apple, Mac, off-topic
Trackbacks : Keine Trackbacks »

Trackbacks
Keine Trackbacks